Saufnix- Buchempfehlung:
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Alkoholfrei leben
Rat und Hilfe bei Alkoholproblemen

Alkohol - wieviel ist zuviel ?
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» Für Alkoholabhängige zählt nur noch der Alkohol. Wer seine Alkoholprobleme löst, für den wird das Leben interessanter, abwechslungsreicher, vielfältiger. «
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Alkohol gehört bei vielen Gelegenheiten in unserer Gesellschaft für die meisten einfach dazu. So sind alkoholische Getränke bei Geselligkeiten, Feiern und Festen aller Art
kaum wegzudenken. Der Wunsch nach Entspannung ist ein weiterer weitverbreiteter Grund für den Konsum alkoholischer Getränke.
Zunächst ist gegen den Konsum alkoholischer Getränke bei Erwachsenen nichts einzuwenden. Alkohol ist - in sehr geringen Maßen genossen - für gesunde Erwachsene nicht
gesundheitsschädlich. Zugleich aber ist allgemein bekannt: Im Übermaß getrunken, kann Alkohol abhängig machen und die Gesundheit, ja das Leben eines Menschen
zerstören. In Deutschland sterben jährlich rund 42 ooo Menschen direkt oder indirekt an den Folgen übermäßigen Alkoholkonsums.
Rund 1,6 Millionen Menschen in Deutschland sind alkoholabhängig, Alkoholmissbrauch liegt bei rund 2,5 Millionen Menschen vor. Insgesamt trinken mindestens zehn Prozent
der Bevölkerung (Männer sehr viel häufiger als Frauen) so viel Alkohol, dass sie ihre Gesundheit damit gefährden - häufig genug ohne sich dessen selbst bewusst zu sein.
Wo aber verläuft die Grenze ? Wie viel kann ein Mann, wie viel kann eine Frau trinken, ohne dadurch sich selbst oder anderen zu schaden ?
Die Antwort auf diese Frage ist nicht einfach, da die Empfindlichkeit von Mensch zu Mensch sehr verschieden ist und ein absolut sicherer Grenzwert, der für alle gilt, nicht
angegeben werden kann. Dennoch lassen sich für gesunde Erwachsene Grenzwerte nennen, innerhalb derer das Risiko gesundheitlicher Schäden gering ist. Diese Grenzwerte
liegen nach heutigem Wissen für Frauen bei 20 und für Männer bei 30 Gramm Alkohol täglich.
Die genannten Grenzwerte gelten für gesunde Frauen und Männer
mittleren Alters. Der Grenzwert für Frauen liegt u. a. deshalb niedriger, weil die Leber der Frau Alkohol langsamer abbaut als die des Mannes. Jugendliche oder Menschen mit
gesundheitlichen Problemen sind durch Alkohol stärker gefährdet. Sie sollten Alkohol nur sehr selten bzw. nach ärztlicher Beratung trinken. Ebenso steigt das Risiko im
höheren Lebensalter, u. a. da der Körper Alkohol mit zunehmendem Alter schlechter abbauen kann. Fachleute raten, ab etwa 60 Jahren durchschnittlich nicht mehr als ein Glas
Alkohol täglich zu trinken.
Wie können Sie bestimmen, ob Sie diesen Grenzwert überschreiten ? Als einfache Faustregel können Sie davon ausgehen, dass in jedem »normal großen« Glas eines
alkoholischen Getränkes etwa zehn Gramm reiner Alkohol enthalten sind. Diese Menge findet sich z. B. in einem kleinen Glas Bier (0,25 Liter), einem Achtel (0,125 Liter)
Wein oder Sekt sowie auch in einem Glas (0,04 Liter) Spirituosen oder Schnaps (mit einem Alkoholgehalt von 33,0 Volumenprozent).
Ein Glas Alkohol entspricht rund zehn Gramm reinen Alkohols. So viel ist enthalten z. B. in einem kleinen Bier (0,25 1), einem das (0,125 l Wein bzw. Sekt oder 0,04 l
Spirituosen (33,0 Vol.-%).
Bezogen auf die Grenzwerte von 20 bzw. 30 Gramm reinen Alkohols täglich gilt damit:
- Trinken Sie als Frau durchschnittlich nicht mehr als zwei Gläser Alkohol täglich.
- Trinken Sie als Mann durchschnittlich nicht mehr als drei Gläser Alkohol täglich.
- Ergänzend gilt die Empfehlung, wenigstens an ein oder zwei Tagen pro Woche keinen Alkohol zu trinken.
Wichtig außerdem:
Kein Alkohol für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren, bei der Arbeit, wenn man noch aktiv am Verkehr teilnehmen oder Sport treiben möchte.
Schwangere Frauen und Frauen mit Kinderwunsch sollten ganz auf Alkohol verzichten.
Wissen Sie, ob Ihr Alkoholkonsum im risikoarmen Bereich liegt ? Folgende einfache Rechnung gibt Ihnen die Antwort:
- An wie vielen Tagen pro Woche trinken Sie Alkohol ?
_ _ Tage
- Wie viele Gläser trinken Sie dann üblicherweise ?
_ _ Gläser
- pro Woche trinken Sie danach:
_ _ Tage x _ _ Gläser = _ _ Gläser
- pro Tag sind das durchschnittlich:
_ _ Gläser Alkohol / 7 = _ _ Gläser Alkohol
Liegt die so berechnete Trinkmenge bei mehr als zwei Gläsern Alkohol (das heißt etwa 20 Gramm reinen Alkohols) bzw. drei Gläsern Alkohol (das heißt etwa 30 Gramm reinen
Alkohols) täglich, ist das Risiko für eine Vielzahl gesundheitlicher Störungen und schwerer Erkrankungen deutlich erhöht.
Zu nennen sind etwa Schlafstörungen, eine eingeschränkte körperliche und geistige Leistungsfähigkeit oder Nervosität und Ängstlichkeit. Depressive Verstimmungen können
durch Alkohol verstärkt werden. Magenprobleme (gereizter Magen, Entzündung der Magenschleimhaut), Störungen des Mineral- sowie des Hormonhaushaltes oder eine
erhöhte Anfälligkeit für Infekte sind weitere mögliche Folgen eines ständigen Zuviels. Die schwersten, oft tödlich verlaufenden alkoholbedingten Krankheiten sind
Erkrankungen der Leber und des Herz-Kreislaufsystems sowie Schädigungen des Nervensystems bis hin zum völligen geistigen Abbau.
Darüber hinaus steigt bei hohem Alkoholkonsum das Risiko für eine ganze Reihe von Krebserkrankungen, u. a. in der Leber und im Enddarm sowie in Bauchspeicheldrüse,
Mund, Rachen, Speiseröhre und weiblicher Brust.
Alkoholprobleme entstehen oft über viele Jahre, deshalb wird meist gar nicht bemerkt, wie Alkohol allmählich beginnt, Lebensqualität und Gesundheit zu belasten. Fachleute
raten daher allen, die regelmäßig Alkohol trinken, einmal jährlich für eine längere Zeit ganz bewusst alkoholfrei zu leben.
» Da war eben viel Gedankenlosigkeit dabei « - Thorsten , 35
So mit 15,16 fing ich an, regelmäßig Bier zu trinken. Das gehörte einfach dazu. Nach dem Training z. B., beim Fußball gucken usw. Manchmal ging es ziemlich hoch her, und
einmal hatte ich den Führerschein weg. Vier Wochen, die konnte ich zum Glück auf meinen Urlaub legen. Ich war zuerst vor allem überrascht, als mein Arzt mich fragte, ob
ich regelmäßig Alkohol trinke. »Wieso, stimmt was nicht ?«, habe ich gefragt. »Das weiß ich nicht«, hat er gesagt, zunächst einmal sei das bei ihm Routine. Es könne jedoch
sein, dass ein nervöser Magen wie meiner durch Alkohol zusätzlich belastet werde. Ich habe ihm dann gesagt, dass ich mir das schon einmal überlegt habe, weniger zu trinken.
Aber das sitzt so drin. Zum Abendessen, abends vor dem Fernseher, wenn ich unterwegs bin. Andererseits bin ich ja längst nicht der Einzige, der abends seine drei, vier Bier
trinkt. Man kann schließlich nicht aus jedem einen Alkoholiker machen. Das habe ich meinem Arzt auch so gesagt.
»Stimmt«, sagte er. »Mir geht es im Übrigen nicht darum, aus Ihnen oder irgendjemandem sonst einen Alkoholiker zu machen. Ich möchte einfach, dass Sie möglichst lange
gesund bleiben. Und im Moment wäre es für Ihren Magen in jedem Fall besser, wenn Sie eine Zeit lang keinen Alkohol trinken. Vielleicht nehmen Sie das zum Anlass, zunächst
einmal zwei Wochen auf Alkohol zu verzichten und zu sehen, wie Ihnen das bekommt. Ich würde Sie dann gerne in zwei Wochen noch einmal untersuchen.«
Das Ganze ist jetzt gut zwei Jahre her. Ich habe dann insgesamt sechs Wochen gar nichts getrunken. Das fiel mir erst nicht leicht, hat sich aber gelohnt. Ich war einfach fitter.
Das hat mir ganz deutlich gezeigt, dass es vorher zu viel war. Die erste Zeit bin ich regelmäßig zum Arzt. Vielleicht wäre ich sonst doch wieder umgeschwenkt. Mittlerweile
haben sich die neuen Gewohnheiten eingeschliffen. Da war eben viel Gedankenlosigkeit dabei.
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Alkoholmissbrauch und -abhängigkeit - wie kann ich sie erkennen ?
Beim Rauchen sagen viele: "Ich würde es sein lassen, wenn ich könnte". Wer so etwas über das Trinken sagt, wird schräg angesehen. Warum eigentlich ?
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Die Menge des getrunkenen Alkohols weist auf eine eventuell bestehende gesundheitliche Gefährdung durch Alkohol hin und kann auf das Vorliegen eines Alkoholmissbrauchs
bzw. einer Alkoholabhängigkeit hindeuten.
»Alkoholmissbrauch« bezeichnet, unabhängig von der getrunkenen Menge, jeden Alkoholkonsum, der zu psychischen, sozialen oder körperlichen Schäden führt. Als mögliche
Schäden sind neben den bereits erwähnten Folgen für die Gesundheit u. a. Alkoholunfälle im Verkehr oder am Arbeitsplatz, finanzielle sowie Probleme in Partnerschaft und
Familie zu nennen. Alkohol trägt vielfach zum Ausbruch von Aggression und Gewalt gegen andere und gegen Sachen bei. Fast ein Viertel aller einer Gewalttat Verdächtigen
steht nach polizeilichen Erkenntnissen unter Alkoholeinfluss.
»Alkoholabhängigkeit« dagegen ist eine Krankheit, bei der sich das Leben zunehmend auf die Droge Alkohol fixiert. Alkohol zu trinken und seine Wirkungen zu erleben ist so
wichtig geworden, dass andere Interessen und persönliche Möglichkeiten vernachlässigt werden. Die Tage werden so geplant, dass Alkohol getrunken werden kann. Ein ganz
zentraler Hinweis auf eine Abhängigkeit sind wiederholte, erfolglose Versuche, weniger zu trinken bzw. abstinent zu bleiben. Haben Alkoholabhängige einmal damit begonnen
zu trinken, fällt es ihnen sehr schwer, noch maßvoll zu bleiben.
Ein sehr kurzer, international anerkannter Fragebogen zur Erfassung von Alkoholmissbrauch und -abhängigkeit ist der so genannte CAGE-Fragebogen, der aus vier Fragen
besteht.
Zwei oder mehr Ja-Antworten zeigen an, dass ein Alkoholmissbrauch oder eine Alkoholabhängigkeit vorliegt. In diesem Fall sollten Sie ärztlichen Rat suchen oder sich an eine
Fachberatungsstelle wenden.
Cut Down Drinking (Konsumeinschränkung)
| Haben Sie jemals daran gedacht, weniger zu trinken ? |

Ja 
Nein |
Annoyance (Ärger)
| Haben Sie sich schon einmal darüber geärgert, dass sie von anderen wegen ihres Alkoholkonsums kritisiert wurden ? |

Ja 
Nein |
Guilty (Schuld)
| Haben Sie sich jemals wegen ihres Trinkens schuldig gefühlt ? |

Ja 
Nein |
Eye Opener (»Augen-Öffner«)
| Haben Sie jemals morgens als Erstes Alkohol getrunken, um sich nervlich zu stabilisieren oder einen Kater loszuwerden ? |

Ja 
Nein |
Der CAGE-Fragebogen unterscheidet nicht zwischen Abhängigkeit und Missbrauch und tatsächlich ist die Grenzziehung zwischen beiden nicht einfach. Hinweise auf eine
Abhängigkeit geben die folgenden sechs Fragen:
| Spüren Sie (häufig) einen starken Drang, eine Art unbezwingbares Verlangen, Alkohol zu trinken ? |

Ja 
Nein |
| Kam es vor, dass Sie nicht mehr aufhören konnten zu trinken, wenn Sie einmal begonnen hatten ? |

Ja 
Nein |
| Haben Sie manchmal morgens getrunken, um Übelkeit oder das Zittern (z.B. ihrer Hände) zu lindern ? |

Ja 
Nein |
| Brauchten Sie zunehmend mehr Alkohol, bevor Sie eine bestimmte (die gewünschte) Wirkung erzielten ? |

Ja 
Nein |
| Änderten Sie Tagespläne, um Alkohol trinken zu können, bzw. richteten Sie den Tag so ein, dass Sie regelmässig Alkohol
konsumieren konnten ? |

Ja 
Nein |
| Haben Sie getrunken, obwohl Sie spürten, dass der Alkoholkonsum zu schädlichen körperlichen, psychischen oder
sozialen Folgen führt ? |

Ja 
Nein |
Werden zwei oder mehr dieser Fragen mit Ja beantwortet, ist es wahrscheinlich, dass sich eine Alkoholabhängigkeit entwickelt hat. Für eine endgültige Klärung dieser Frage,
vor allem aber, um sich über mögliche Hilfen informieren zu lassen, ist fachkundige Beratung dringend empfohlen.
Unabhängig davon, ob eine Abhängigkeit vorliegt oder nicht, weist ein Überschreiten der risikoarmen Trinkmenge von 20 bzw. 30 Gramm Alkohol täglich und die
Beantwortung der einen oder anderen Frage mit Ja auf ein bestehendes Alkoholproblem hin: Die durchschnittlich getrunkene Alkoholmenge stellt ein gesundheitliches Risiko
dar. Darüber hinaus ist es möglicherweise bereits zu einer Einschränkung der persönlichen Unabhängigkeit gegenüber Alkohol und ersten negativen Folgen gekommen.
Oftmals dauert es trotz offenkundiger Nachteile lange, bis sich Menschen mit Alkoholproblemen zu einer tief greifenden Änderung ihres Trinkverhaltens entschließen können.
Auf Tage, an denen - vielleicht ausgelöst durch einen »Kater« - Schuld- und Schamgefühle die Änderung dringend erscheinen lassen, können solche folgen, an denen es
gelingt, so weit Maß zu halten, dass Alkohol das Leben nicht besonders zu behindern scheint. Die durch Alkohol erlebte Entspannung oder die Freude an der geselligen
Runde scheint dann die schlechten Gefühle am »Morgen danach« aufzuwiegen.
Möglich auch, dass angesichts außergewöhnlicher Belastungen, z. B. Arbeitslosigkeit oder Trennung, das Alkoholproblem vorübergehend in den Hintergrund tritt, bis erneut
deutlich wird, dass Alkohol die bestehenden Probleme mit verursacht hat und Chancen zur Verbesserung der eigenen Lebenssituation nur wahrgenommen werden können,
wenn es gelingt, dauerhaft weniger Alkohol zu trinken bzw. alkoholfrei zu leben.
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Fachliche Hilfe annehmen ?
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Ich staune immer wieder, wie lange es Alkoholkranken trotz allem gelingt, den Alltag zu meistern. Mein Wunsch ist es, dass sie einmal nüchtern erleben, was sie mit dieser
Kraft alles erreichen können.
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Viele werden zunächst versuchen, bestehende Alkoholprobleme auf eigene Faust zu lösen. Untersuchungen zeigen, dass dies einem Teil der Betroffenen auch gelingt.
Unterstützung durch die Familie oder andere nahe stehende Menschen scheint dabei besonders wichtig zu sein.
Gelingt es allerdings nicht, das Alkoholproblem in den Griff zu bekommen, fällt es - anders als bei vielen anderen gesundheitlichen Problemen - den Betroffenen meist sehr
schwer, sich um fachliche Hilfe zu bemühen. Ein wichtiger Grund hierfür ist sicherlich, dass das Bild der Alkoholabhängigkeit und ihrer Behandlung vom Extremfall schwerer
körperlicher und seelischer Abhängigkeit geprägt ist. Richtig ist, dass das bestehende Hilfeangebot ursprünglich in erster Linie an den Bedürfnissen der Menschen mit
schweren Abhängigkeitserkrankungen ausgerichtet war. Es wurde aber in den letzten Jahren deutlich erweitert, z. B. durch den Ausbau des ambulanten Therapieangebots.
Zu wenig bekannt ist außerdem, wie flexibel die bestehenden Hilfen genutzt werden können.
Dem Wunsch nach Hilfe und Unterstützung stehen oftmals Zweifel und Ängste entgegen.
Finden Sie sich in einigen der unten aufgeführten Aussagen wieder?
Welches sind Ihre ganz persönlichen Gründe pro und kontra fachliche Hilfe ?
Auf welche Seite neigt sich Ihre Waage ?
Kontra
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So schlimm ist das bei mir noch nicht. |
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Wenn man das wirklich will, schafft man es auch alleine. |
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Ich will nicht mit Aussenstehenden über meine persönlichen Probleme sprechen. |
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Ich will nicht mit »denen« in einen Topf geworfen werden. |
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Wenn es mir erst im Beruf / in der Partnerschaft wieder besser geht, schaffe ich das auch noch. |
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Die Zeit habe ich gar nicht. |
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Das bringt ja doch nichts. |
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Ich schäme mich. |
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Pro
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Ich möchte erfahren, wie andere das Problem angehen. |
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Mit anderen Problemen gehe ich auch zum Fachmann. |
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Ich habe es schon mehrmals alleine versucht. |
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Warum soll ich immer alles alleine schultern ? |
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Ich möchte es mir nicht schwerer machen, als es ist. |
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Ich muss es meiner Familie / meinem Arbeitgeber zuliebe tun. |
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Besser zu früh als zu spät. |
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Ich möchte einen »offiziellen« Schritt tun, um zu zeigen, wie ernst es mir ist. |
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Ich möchte, dass jemand mir zuhört. |
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Die ärztliche Praxis - eine nahe liegende Beratungsmöglichkeit
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Der erste Schritt ist der wichtigste Schritt. Wer den Mut findet, ein mögliches Alkoholproblem offen anzusprechen, hat einen entscheidenden Schritt zu dessen Überwindung
bereits getan. Als erste Anlaufstelle kommen Hausärzte, Fachberatungsstellen oder Selbsthilfegruppen in Frage.
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Für viele Menschen sind Ärztinnen und Ärzte die wichtigsten Experten in Gesundheitsfragen. Ein Termin in der hausärztlichen Praxis ist daher für viele die nahe liegendste
Möglichkeit, die Lösung des Problems Alkohol anzugehen.
Die Haltung »Ich lasse mich einmal jährlich untersuchen, und solange ich nicht auf meinen Alkoholkonsum angesprochen werde, habe ich auch kein Alkoholproblem«, ist
jedoch trügerisch. Schlafstörungen, Ängste, Stress und viele andere Anzeichen einer beginnenden Abhängigkeit bzw. Schädigung durch Alkohol sind unspezifisch, das heißt,
sie können, müssen aber nicht durch Alkohol verursacht sein. Eindeutige körperliche Symptome treten dagegen oft erst auf, wenn die Abhängigkeit bereits stärker
ausgeprägt ist und die Gefahr besteht, dass Organe bleibenden Schaden genommen haben.
Wer das Problem wirklich angehen möchte, muss daher das Thema Alkohol offen zur Sprache bringen.
Es ist sinnvoll, sich vor dem Arztbesuch bereits über einige Fragen Gedanken zu machen, die in einem solchen Gespräch besprochen werden könnten:
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Wie viel trinke ich ? |
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Habe ich schon einmal versucht, auf Alkohol zu verzichten ? |
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Welche Erfahrungen habe ich dabei gemacht ? |
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Welchen Schaden hat Alkohol bisher in meinem Leben angerichtet ? |
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Welche Möglichkeiten sehe ich, meinen Alkoholkonsum zu verringern ? |
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Wer könnte mir dabei helfen ? |
Eine körperliche Untersuchung kann klären, ob Alkohol bereits zu organischen Schäden geführt hat. Erste Hinweise geben eine einfache Untersuchung des
Herz-Kreislaufsystems (Messen des Blutdrucks), eine einfache neurologische Untersuchung (sind z. B. beide Füße in gleicher Weise berührungsempfindlich ?) sowie das
Abtasten des Leibes (eine vergrößerte Leber ist eine der häufigsten Folgen anhaltenden Alkoholmissbrauchs und kann von außen ertastet werden). An einer Blutprobe wird
im Labor eine Reihe von Blutwerten erhoben, die beispielsweise die Veränderungen im Stoffwechsel anzeigen, mit denen sich der Körper auf eine ständig überhöhte
Alkoholzufuhr einstellt. Ein fehlender körperlicher Befund ist jedoch kein Grund, alles beim Alten zu lassen, sondern kann im Gegenteil einen zusätzlichen Anreiz setzen. Wer
sich zu diesem Zeitpunkt entschließt, deutlich weniger Alkohol zu trinken oder in Zukunft alkoholfrei zu leben, hat bleibende gesundheitliche Schäden durch Alkohol nicht zu
befürchten.
Welche weitergehende Unterstützung von Alkoholproblemen Betroffenen durch die hausärztliche Praxis angeboten wird, ist von Arztpraxis zu Arztpraxis verschieden. Möglich
ist beispielsweise eine Reihe von Gesprächen zur Unterstützung der Änderungsbemühungen sowie die Begleitung während eines ambulanten Entzugs. Andere Arztpraxen
setzen dagegen eher auf die Zusammenarbeit mit spezialisierten Beratungs- und Behandlungseinrichtungen. Hier hat es sich als hilfreich erwiesen, wenn direkt während der
Sprechstunde telefonisch ein erster Termin vereinbart wird.
Gelingt es nicht, in den folgenden Wochen deutlich weniger Alkohol zu trinken bzw. abstinent zu leben, oder besteht der Wunsch, über die ärztliche Beratung hinaus über
das Problem Alkohol ins Gespräch zu kommen, ist die Kontaktaufnahme zu einer spezialisierten Beratungseinrichtung empfehlenswert.
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© Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Köln
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